Impulsstation 2

Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich
und fördere das Werk unsrer Hände bei uns.
Ja, das Werk unsrer Hände wollest du fördern!

Psalm 90,17

Im Unterdorf grüßen zwei Hände auf der linken Seite des Weges, eine dritte weiter hinten auf der rechten Seite führt weiter in die Siedlung bzw. zum Spielplatz hin. Sie trägt einen abgerundeten Stein, die Finger umspielen ihn mehr, als dass sie ihn halten. Damit bildet die schlanke Stehle aus Robinie einen Gegenpol zu den beiden Händen am Anfang, die auf kantigen Felsblöcken basiert sich in den Raum strecken. Die große (aus japanischem Schnurbaum) betont Ruhe und Kraft, während die kleinere (aus Robinie) filigran die Finger bewegt.

Was als kleiner Ableger der Begrüßungsfigur im Oberdorf begann , hat sich zu einer eigenen Station entwickelt, die auch unabhängig interpretiert werden kann. Die begrüßende Hand bildet den inhaltlichen Bogen, die Geschichte der drei Hände im Unterdorf geht aber eigene Wege. Als Wegbegleiter machen sie das bewusst, was wir schaffen, aber auch was uns trägt. Hände tragen Spuren und sie hinterlassen Spuren. Die im  Eingangsbereich des Haupthauses aufgestellte Hand, durch deren Mitte eine Pflanze wächst, kann als Verweis auf die durchbohrte Hand und die Schöpfung gesehen werden.

Hand und Stein: Der Stein gründet die Skulpturen, bewahrt sie vor dem Umfallen, schützt sie vor dem Kontakt mit der feuchten Erde und erhöht sie. Der selbe kantige Stein in der Hand könnte eine gefährliche Waffe sein und birgt die Möglichkeit von Gewalt.

Die ausgestreckte Hand mit dem Stein in den Fingern meistert den Umgang mit Schwergewichten auf spielerische Weise. Der Stein könnte auch als etwas gesehen werden, dass von oben empfangen wurde, etwa ein Brot oder ein Ball. Bei einer Andacht an dieser Station bietet es sich an, die eigenen Hände zu betrachten und an die Skulpturen anzulegen. Was schaffen meine Hände, was empfangen sie, wem reiche ich sie, wem nicht? Die Hand winkt, fasst, tippt, streckt sich, faltet sich. Was bedeutet es, wenn mich jemand an der/die Hand nimmt? Kann ich was aus der Hand geben?

(Künstler Thomas Putze)

  • add Hände. Eine Skulpturbetrachtung von Alma Grüßhaber

     

    Beeindruckend sind diese drei Hände. Sie sind Holz gehauen, gesägt und geschnitzt. Wie groß müsste erst die ganze Skulptur sein, wenn dies jeweils nur eine Hand wäre? Der Künstler Thomas Putze hat diese drei Hände geschaffen. Sie sind jeweils auf einem Steinblock befestigt. Diese drei Hände sind sozusagen mitten in der Landschaft festgewachsen. Es sind aussagekräftige Hände. Jede einzelne spricht für sich.

    Mich spricht die kleinste Hand besonders an. Sie steht am Wegrand und wenn ich an ihr vorübergehe, lasse ich mich anstecken,  meine rechte Hand zu Schale zu formen. Diese „Handschale“ bringt mich auf einige Gedanken: Was ist mir „in die Hände gelegt“? Ist es gerade Schweres wie ein Stein, Sorgen, die mich belasten? Kann ich sie loslassen und abgeben? Gibt es andere Hände, die sie mir abnehmen?  Oder ist mir gerade Schönes, Federleichtes in die Hand gelegt, was mich glücklich macht und wofür ich dankbar bin? Lasse ich mir gerne etwas in die Hand legen? Bin ich misstrauisch geworden und halte meine Hand verschlossen? Was  müsste mich berühren, dass ich meine Hand öffnen kann und mein Blick wieder in die Weite geht?

    Die mittlere Handskulptur wirkt auf den ersten Blick wie ein Stoppschild. Meine Handflächen zeige ich, wenn ich etwas abstoppe. Mein zweiter Blick bleibt am Zeigefinger hängen. Der erhobene Zeigefinger könnte bedrohlich wirken. Er ist allzu gut als Drohfinger bekannt- warnend, gebietend. Der Zeigefinger hier weist nicht belehrend auf andere. Er weist nach oben, sondern weg von mir. Die ganze Hand zeigt nach oben, als wollte sie sagen: „Mensch, schau weg von dir. Schau hinauf zum Himmel. Schau in Gottes Welt. Entdecke dich als Geschöpf Gottes.“

    Die große Hand lädt zum Fingerspielen ein. Kann ich meinen Zeigefinger so biegen, dass er nach innen gerollt ist? Wie beweglich sind meine Hände? Was kann ich mit den Händen sagen- ohne Sprache?

    Diese kräftige Hand trägt etliche Spuren. Es ist eine Arbeitshand, gezeichnet vom Schaffen und Anpacken. Feine und grobe Linien kennzeichnen sie. Eine Fingerkuppe scheint zu fehlen. Steht diese Hand hier, weil es einst harte Arbeit war, auf der Schwäbischen Alb die Wälder zu roden oder die steinigen Fluren zu bearbeiteten? Oder will mich diese Hand anregen dass ich darüber nachdenke, wieviele Menschen für mich ihre Hände bewegen, damit ich Kleidung, Nahrung und ein Dach über dem Kopf habe?

  • add Und der Herr unser Gott sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände - Meditation zu Psalm 90,17 von Alma Grüßhaber

     

    "Und der Herr unser Gott sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände"

    Diese Bitte ist zu hören: Er, der großartige Schöpfer der Welt sei uns Menschen freundlich gestimmt. Er, der Schöpfer fördere unser alltägliches menschliches Handeln.

    Was ist das Werk unserer Hände?

    Mir fallen da zuerst die Kunstschaffenden ein - Thomas Putze, der diese Hände geschaffen hat. Oder die großen Maler wie Rembrandt oder van Gogh.

    Es sind aber nicht nur die außerordentlichen „Handwerker“, die gemeint sind. Das „Werk unserer Hände“ entsteht  immer auch alltäglich, hier und heute. Jeder Mensch ist begabt und befähigt:

    Die Hausfrau, die ein Mittagessen zubereitet,
    der Ingenieur, der Maschinenabläufe plant,
    die Krankenschwester, die ihre Kraft für gute Pflege einsetzt.
    Die Schüler, die ihren Schulstoff aufschreiben,
    die Lehrer, die Wissen vermitteln usw.

    Jede und jeder braucht Gottes Geist, der die Arbeit beflügelt und für andere wirksam macht. „Gott hat nur unsere Hände, damit die Welt ihn sehen kann“, hat einer geschrieben.

    Wir sind seine „Handlanger“, seine „Assistenten“, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

     

    Liedvorschlag: Aus Gottes guten Händen, EG 664

     

     

  • add Bibelverse zum Thema "Hände"

    • Der Herr hat euch mit mächtiger Hand herausgeführt (2. Mose 13,3)
    • Du hast das Werk seiner Hände gesegnet (Hiob 1,10)
    • Die Feste verkündigt seiner Hände Werk (Psalm 19,2)
    • Du übergibst mich nicht in die Hände meines Feindes (Psalm 31,9)
    • Warum ziehst du deine Hand zurück? (Psalm 74,11)
    • Du hältst deine Hand über mir (Psalm 139,5)
    • Lass deine Hand bis zum Abend nicht ruhen (Prediger 11,6)
    • Wer misst das Wasser mit der hohlen Hand? (Jesaja 40,2)
    • In die Hände habe ich dich gezeichnet (Jesaja 49,16)
    • Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück... (Lukas 9,62)
    • Stärkt die müden Hände und die wankenden Knie (Hebräer 12,12)
  • add Deuten - Gesten - Sprechende Hände (Gestaltungsimpuls von Alma Grüßhaber)

    Aufgabe: Jede/r Tn. sucht sich eine Geste, die sie/er mit den Händen ausführt. Die Gruppe muss erraten, was damit gemeint ist.

    Beispiele :

    • Victory-Zeichen: Freiheit, Sieg, Frieden
    • Daumen nach oben: ok
    • Daumen nach unten : schlecht, nicht ok
    • Finger zeigen 1,2,3,:  Zählen, abzählen, zusammenzählen
    • Faust ballen: drohen
    • Hände vors Gesicht: traurig sein
    • Mund zuhalten: ich schweige, sage nichts
    • Zeigefinger auf die Lippen: Stille, pst, pst
    • Hände vor die Augen: ich will nichts sehen- oder die Sonne blendet mich
    • Nase zuhalten: hier stinkts
    • Den Vogel zeigen: du bist blöd
    • Den Mittelfinger hochhalten: Stinkefinger
    • Hände falten: beten
    • Den Kopf in beide Hände stützen: Ich denke nach
    • Hände erheben: segnen
    • Hände als Schale halten: ich bin bereit, etwas zu empfangen
    • Gäste des Händewaschens: ich wasche meine Hände in Unschuld
    • Die offene Hand hinhalten: ich reich dir die Hand zum Gruß

    ABSCHLUSS:

    Einen Partner suchen, sich gegenseitig als „Handskulptur“ stellen.